Unentschieden-Tag bei den Aktiven: zweimal remis, zweimal völlig unterschiedliche Gefühlslagen
Ein stürmischer Sonntag, zwei Auswärtsspiele und zwei Punkteteilungen: Während sich das Team Nachwuchs in Feusisberg spät einen eher glücklichen Zähler sichert, muss sich die erste Mannschaft im Nachbarschaftsderby gegen Adliswil trotz einer überragenden ersten Halbzeit mit einem Unentschieden begnügen. Die Wochenschau in Bildern rundet den Beitrag wiederum ab.
Nachwuchs: Ein Punkt, mit dem man leben kann
Den Auftakt in diesen nasskalten Fussballsonntag machte das Nachwuchsteam von Trainer Thoma, das bereits um 11 Uhr in Feusisberg antreten musste. Die Ausgangslage war klar: Da die Gastgeber in der Tabelle hinter den Langnauern klassiert sind, lautete die Devise unmissverständlich «Verlieren verboten!».
Nach einer torlosen ersten Halbzeit waren es die Einheimischen, die zunehmend das Spieldiktat übernahmen und nach 70 Minuten verdient in Führung gingen. Die Langnauer mussten nun reagieren, wollten sie nicht mit leeren Händen die Heimreise antreten.
Und tatsächlich: In der Schlussphase gelang es der Mannschaft von Trainer Thoma, den Ausgleich doch noch zu erzwingen. Ein später Treffer, der zwar nicht unbedingt dem Spielverlauf entsprach, dafür aber umso wichtiger war.
Mit diesem 1:1 hält man Feusisberg weiterhin auf Distanz. Auch der Vorsprung auf den ominösen Trennstrich beträgt momentan komfortable sechs Punkte. Ein beruhigendes Polster, wenngleich man sich darauf natürlich nicht ausruhen sollte.
Zum Abschluss der Vorrunde warten nun noch zwei reizvolle Albisderbys: Bereits am kommenden Donnerstag geht es gegen Hausen, ehe am Sonntag das Duell mit Affoltern auf dem Programm steht. Zwei Gelegenheiten also, das Punktekonto vor der Winterpause nochmals aufzubessern.
Adliswil: Nebengeräusche vor dem Nachbarschaftsderby
Am Nachmittag richteten sich die Langnauer Blicke dann nach Adliswil, wo das Fanionteam von Trainer Gonzalez zum Nachbarschaftsderby antrat.
Für etwas mediale Aufmerksamkeit hatte im Vorfeld allerdings weniger das sportliche Geschehen gesorgt. Vielmehr waren es die juristischen Nachwehen rund um den ehemaligen Adliswiler Präsidenten, der einst auch in Langnau seine Spuren hinterlassen hatte und nun von der Staatsanwaltschaft verurteilt worden war.
Die Akteure auf dem Platz interessierte dies allerdings herzlich wenig. Schliesslich ging es um drei wichtige Punkte im Kampf um die vorderen Tabellenplätze.
Eine Halbzeit lang Langnauer Einbahnstrassenfussball
Und was die Langnauer in den ersten 45 Minuten zeigten, konnte sich wahrlich sehen lassen. Von Beginn weg übernahmen die Gäste das Kommando, schnürten die Adliswiler regelrecht in deren Platzhälfte ein und liessen den Einheimischen kaum Luft zum Atmen.
Adliswil fand offensiv praktisch nicht statt. Stattdessen rollte ein Langnauer Angriff nach dem anderen auf das gegnerische Tor zu. Chancen waren reichlich vorhanden, teilweise sogar hochkarätige. Einzig mit deren Verwertung standen die Mannen von Trainer Gonzalez auf Kriegsfuss.
Besonders bitter war die Szene mit Goalgetter Shabani, der völlig freistehend einen Ball über das verwaiste Tor köpfte. Eine jener Möglichkeiten, bei denen man sich eigentlich schon zum Torjubel erhebt und sich Sekunden später ungläubig die Augen reibt.
So dauerte es bis zur 30. Minute, ehe sich die drückende Überlegenheit endlich auch auf der Anzeigetafel niederschlug. G. Sansone trat zu einem Freistoss an, sein Abschluss wurde noch entscheidend abgelenkt und fand den Weg ins Netz.
Die hochverdiente 1:0-Führung war Tatsache.
Dass es bis zum Pausenpfiff bei diesem knappen Vorsprung blieb, mussten sich die Langnauer allerdings selbst zuschreiben. Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits entschieden sein müssen.
Nach der Pause: Wie ausgewechselt – leider im negativen Sinn
Wer nun glaubte, die Langnauer würden nach dem Seitenwechsel dort weitermachen, wo sie aufgehört hatten, sah sich gründlich getäuscht.
Plötzlich waren die Vorzeichen komplett umgekehrt. Die zuvor praktisch unsichtbaren Adliswiler übernahmen das Spieldiktat, während bei den Gästen kaum noch etwas zusammenpasste.
Nach einem unübersichtlichen Gestocher im Langnauer Strafraum und einem unglücklichen Prellball gelang den Einheimischen schon kurz nach Wiederanpfiff der Ausgleich zum 1:1.
Der Treffer zeigte Wirkung. Die Langnauer wirkten sichtlich geschockt, fanden vorerst nicht mehr zu ihrem Spiel und hatten wenig später sogar grosses Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Ein weiterer Adliswiler Abschluss prallte vom einen Innenpfosten an den anderen, ehe der Ball glücklicherweise den Weg zurück ins Spielfeld fand. Ein kurioser Moment, bei dem wohl sämtliche Langnauer Herzen für einen Augenblick stillstanden.
War der Faden schon in der Pause gerissen?
Eine Frage drängt sich angesichts dieses unerklärlichen Leistungsabfalls allerdings auf: Was war eigentlich in der Halbzeitpause passiert?
Aufgrund der nasskalten Witterung hatte Trainer Gonzalez darauf bestanden, die Pause in der doch ziemlich weit entfernten Garderobe zu verbringen. Nicht alle Spieler schienen von diesem Vorhaben gleichermassen begeistert. Es entwickelte sich ein lautstarker Disput zwischen Trainer und Mannschaft.
Ob bei diesem kleinen Pausengewitter der spielerische Faden gleich mitgerissen wurde? Darüber lässt sich trefflich spekulieren. Tatsache ist jedenfalls, dass von der Langnauer Dominanz der ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel vorerst herzlich wenig übrig geblieben war.
Mit einsetzendem Starkregen und Windböen begann die Schlussviertelstunde auch auf dem Spielfeld animiert. Ein öffnender Pass auf Adliswils linken Mittelfeldspieler leitete das Unheil für den FCL ein: Dieser zog aus rund 30 m kräftig ab und traf mit einem Sonntagsschuss ins rechte hohe Eck. Die Langnauer versuchten zu reagieren und überbrückten das Mittelfeld weiterhin schnell, um die drei Stürmer zu lancieren. Shabani kam so noch zu zwei grossen Chancen auf den Ausgleich. Doch dieser gelang erst 3 min vor Ende der regulären Spielzeit, als Langnaus Arifi einen Freistoss gefährlich nah vors Tor flankte und der Adliswiler Tormann diesen falsch einschätzte (war evt. Wind im Spiel?), so dass der Ball schliesslich im Netz landete- und so dem FCL wenigstens einen Punkt eintrug. Angesichts der guten Leistung in der 1. Halbzeit war der Punkt sicherlich auch verdient.
In der Bildfolge:1 Die Mitspieler gratulieren Torschütze G. Sansone. 2 Alles im Griff hinten 3. Triste & graue Wetterlage, aber “farbiges” Spiel 4 Trotz Regen: Derby-Stimmung. 5 Erfolgreicher B-Jun-Auftritt bei Industrie-Turicum. 6 Mehr Ordnung im Material- aber noch nicht mehr Platz!! 7 E-Juniorinnen-Turnier auf der Sihlmatte. 8 Gegner Birmensdorf reist exklusiv an. 9 Drittletztes Teamfoto für die NEUE HOMEPAGE